LSV Bad Gandersheim

 

Fliegen lernen...

Interessiert, es selbst einmal zu versuchen? Dann ist es jetzt an der Zeit, einmal zu uns zu kommen und probeweise mitzufliegen! Die Ausbildung zum/zur Segelflugzeugführer/in kann bereits mit 13 begonnen werden, also lange bevor man auf der Straße Mofa fahren darf. Die Lizenz erhält man dann aber frühestens mit 16. Bei entsprechendem Engagement kann die Ausbildung in etwa 2 Jahren absolviert werden.

Wie geht's los?

Die Anfängerschulung wird im Wesentlichen auf der ASK-13 durchgeführt. Dieser Flugzeugtyp wurde speziell als Schulflugzeug konzipiert, zeichnet sich durch ein sehr gutmütiges Flugverhalten aus und hat sich bereits über Jahrzehnte in vielen Vereinen in der Anfängerschulung bewährt.

Der Fluglehrer sitzt auf dem hinteren Sitz und der Flugschüler vorne. Das Flugzeug kann von beiden Sitzen aus gesteuert werden. Bei den ersten Flügen wird der Lehrer steuern und der Flugschüler fühlt die Bewegungen der Steuerung und die Reaktionen des Flugzeugs. Dann werden einfache Aufgaben wie der Geradeausflug und das Einhalten der richtigen Geschwindigkeit geübt.

Schwieriger wird schon das Fliegen einer sauberen Kurve. Die meiste Zeit beansprucht schließlich das Einüben eines sicheren Starts und einer weichen Landung. Zudem werden alle möglichen besonderen oder potentiell gefährlichen Situationen durchgespielt (Langsamflug, Schnellflug, Reißen des Schleppseils beim Start, Übergang vom extremen Langsamflug in das Trudeln, das Beenden dieses Flugzustands usw.).

Erster Alleinflug

Nach durchschnittlich 60 - 80 Flügen, ist der Fluglehrer sicher, dass sein Schüler alles Notwendige beherrscht, um alleine zu fliegen. Dann kommt der erste Alleinflug, ebenfalls auf der ASK-13. Die ersten drei Alleinflüge bilden die A-Prüfung und beenden den ersten Ausbildungsabschnitt.

Von nun an geht's meistens ohne Fluglehrer im Flugzeug weiter, aber natürlich beobachtet dieser seine Schüler weiterhin vom Boden aus und sagt, was geübt werden soll und ob z.B. bestimmte Wetterbedingungen zu beachten sind. Über das Funkgerät ist er jederzeit erreichbar und kann Hilfe geben.

Umschulung auf verschiedene Flugzeugmuster

Nach ein paar weiteren Alleinflügen auf der ASK-13 geht es dann auf die Ka-8. Diese ist deutlich leichter und wendiger und steigt in der Thermik sehr viel besser. In den folgenden Ausbildungsabschnitten lernt man dann das Thermikfliegen, ebenso besondere Flugmanöver wie z.B. den Übergang vom Schnellflug in den Thermikkreis, den Seitengleitflug für einen steilen Landeanflug, die Ziellandung in einem vorher bestimmten Feld der Landebahn und anderes. Diese Manöver müssen dann in den weiteren Prüfungen, der B- und der C-Prüfung, beherrscht werden.

Etwas später steht dann die Umschulung auf weitere Flugzeugtypen auf dem Plan. Im Doppelsitzer Twin III lernt man die Flugeigenschaften der deutlich schnelleren und besser gleitenden Kunststoffflugzeuge kennen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, geht es weiter auf LS-4 und LS8-S.

Streckensegelflug

Bis zu diesem Stand hat sich die Ausbildung in der Umgebung des Flugplatzes abgespielt. Auf zwei Überlandflugeinweisungen im Doppelsitzer mit Fluglehrer lernt man dann aber die Besonderheiten und Taktiken für das Fliegen außerhalb dieses Gebietes kennen. Wesentliche Punkte sind hier die Navigation - plötzlich fallen einem ganz andere Landschaftsmerkmale auf als von der Erde aus - und die Meteorologie. Was aber passiert, wenn während eines Streckenfluges plötzlich keine Thermik mehr zu finden ist? Dann landet man entweder, sofern vorhanden, auf einem nahe gelegenen Flugplatz, anderenfalls auf einem geeigneten Acker. Das heißt dann "Außenlandung" und ist im Gegensatz zu einer "Notlandung" etwas, was wohl jedem Streckenflieger immer wieder mal passiert. Das Flugzeug wird dann auf dem Acker demontiert, in einen speziellen Anhänger gesteckt und auf dem Flugplatz wieder zusammengebaut. Je nach Rückholstrecke ist das Ganze eine Sache weniger Stunden.

Die Krönung der Ausbildung ist die selbständige Planung und Durchführung eines Streckenfluges über eine Distanz von 50 km, also z.B. von Bad Gandersheim nach Bad Pyrmont.

Prüfung und Theorieunterricht

Abgeschlossen wird der praktische Teil der Ausbildung durch eine Prüfung durch die Bezirksregierung Braunschweig. Danach fliegt man eigenverantwortlich und kann auch andere Personen mitnehmen.

Parallel zur praktischen Ausbildung läuft insbesondere auch im Winter ein theoretischer Unterricht. Dabei geht es um die Fächer Technik, Meteorologie, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen, Luftrecht und menschliches Leistungsvermögen.